Neue Stromtrassen – überdimensioniert und europarechtswidrig (Online-Veranstaltung)

Präsenzveranstaltungen sind derzeit kaum realisierbar, trotzdem wollen wir als Bürgerinitiativen mit unseren Aktivitäten nicht nachlassen. Nachdem wir seit Corona-Beginn Videokonferenzen intern und für Mitglieder organisieren, wenden wir uns nun in einer Online-Veranstaltung auch an die breite Öffentlichkeit. Die Mitglieder im Initiativkreis Netzentwicklungsplan fordern den gesellschaftlichen Diskurs ein und fragen: Wohin würde der geplante Netzausbau führen? Was sind die Vorteile einer zellular organisierten Bürgerenergie?

03.05.2021  Online-Informationsabend – ein voller Erfolg
Neue Stromtrassen:
Überdimensioniert und europarechtswidrig
Perspektiven für die Bürgerenergie

Die Referenten der Veranstaltung:

Prof. Dr. Lorenz Jarass
Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule RheinMain

Neue Stromtrassen sind überdimensioniert

Rechtsanwalt Wolfgang Baumann
Fachanwalt für Verwaltungsrecht, Würzburg

Bundesbedarfsplangesetz ist europarechtswidrig –
Netzentwicklungsplan soll vom Europäischen Gerichtshof geprüft werden

Dr. Werner Neumann
Sprecher des Arbeitskreises Energie im wissenschaftlichen Beirat des BUND

Perspektiven für die Bürgerenergie

Rainer Kleedörfer
Leiter Zentralbereich Unternehmensentwicklung der N-ERGIE Aktiengesellschaft Nürnberg

Erfolgreiche Energiewende – dezentral!

Moderation:
Dörte Hamann
Sprecherin Aktionsbündnis Trassengegner / Aktionsbündnis gegen die Süd-Ost-Trasse (ABSOT)

Der massive Ausbau monopolistischer Strukturen verhindert die Demokratisierung der Energieversorgung – Bürgerenergie hat damit kaum eine Chance. Während Horrorszenarien der Trassenbefürworter von Blackout und massiven Stromlücken für eine allgemeine Verunsicherung sorgen, versuchen wir einen Weg aufzuzeigen, wie die Transformation unseres Energiesystems gelingen kann, ohne dabei die Versorgungssicherheit zu gefährden. Das Ziel, unsere Zukunft weitestgehend klimaneutral zu gestalten, darf nicht dem Profitstreben Einzelner zum Opfer fallen. Die Diskussionen um die Sinnhaftigkeit neuer Übertragungstrassen lassen nicht nach, und der Unmut unter den Betroffenen wächst. Wir wollen auch den Bundestags-Wahlkampf dazu nutzen, längst fällige Antworten auf offene Fragen einzufordern.

Leitfaden des Informationsabends waren drei aktuelle Gutachten von Prof. Jarass:

1. Netzentwicklungsplan Strom 2030: Bewertung und erforderliche Änderungen. 2020.
2. Machen EU-Vorgaben den geplanten Stromnetzausbau zwingend erforderlich? 2021.
3. Ist SuedLink zwingend erforderlich? Mit einer Zusatzuntersuchung für Mecklar – Dipperz – Bergrheinfeld (P43). 2021.

Die wissenschaftlich fundierte Antwort auf die Frage: „Machen EU-Vorgaben den geplanten Stromnetzausbau zwingend erforderlich?“, ist bedenklich: Weder wirtschaftlich sinnvoll, noch für die Stromversorgung in Bayern erforderlich. Für sämtliche Stromnetzplanungen von Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) hat es entgegen der europäischen Vorschriften keine Kosten-Nutzen-Analyse gegeben – auch nicht für den SuedLink. Die Kosten sind um ein Vielfaches höher als der Nutzen der geplanten Leitungen. Somit wird im Bundesbedarfsplan der Bedarf der HGÜ-Trassen zu Unrecht festgestellt.

Auch das Gutachten, „Ist SuedLink zwingend erforderlich?“, umfasst eine weitere wichtige Untersuchung gegen in Deutschland geplante Stromnetzausbau-Projekte. Damit haben die Auftraggeber den wichtigen Schritt geschafft, mehrere große Trassen – Südostlink, Fulda-Main-Leitung P43 und SuedLink -, die alle nach Bayern führen, auf wissenschaftlicher Grundlage zu hinterfragen. Wir werten dies als ein wichtiges Instrument im Kampf gegen den überdimensionierten Netzausbau.

Pressespiegel:

https://www.insuedthueringen.de/inhalt.netzausbau-jarass-zerlegt-die-argumente-der-netzbetreiber-wieder-einmal.f02f31f1-c557-48ce-826d-99757a8a2994.html

https://www.br.de/nachrichten/bayern/suedlink-gegner-neue-trassen-unwirtschaftlich-und-unnoetig,SWQ1hOz

(letzte Aktualisierung – 05.05.2021)